Herzlich Willkommen,
auf der Website von Anti-Defamation Center - Bildungswerk für Demokratie und Kultur e.V. (ADC Bildungswerk).
Wir sind ein gemeinnütziger Verein der politischen Bildungsarbeit. Zu den Schwerpunkten unserer Arbeit gehört die Bildungs- und Präventionsarbeit gegen politischen Extremismus und religiösen Fundamentalismus - insbesondere gegen jede Form von Antisemitismus und Minderheitenfeindlichkeit. Wir verfolgen in erster Linie einen innovativen, positiven und offensiven Ansatz in der Bildungsarbeit - d.h.: Stärkung des demokratischen Bewusstseins, Vermittlung der Werte der freiheitlich-demokratischen Grundordnung und der Grundlagen unserer westlichen Wertegemeinschaft insbesondere an Jugendliche und Schüler. Konkreter können Sie sich hier auf unserer Internetpräsentation informieren. An diesen Stellen sollen zukünftig auch aktuelle Neuigkeiten veröffentlicht werden. Gerne stehen wir Ihnen für Fragen zur Verfügung - und gerne auch für Kooperationen und Hilfestellungen.
Wir freuen uns auf Sie!
Anti-Defamation Center - Bildungswerk für Demokratie und Kultur e.V.
Aktionswochen gegen Antisemitismus 2010
Die Amadeu-Antonio-Stiftung veranstaltet auch in diesem Jahr wieder die bundesweiten Aktionswochen gegen Antisemitismus. Auf ihrer Website heißt es hierzu: ”
Auch 2010 werden die Aktionswochen wieder stattfinden. In diesem Jahr wollen wir einen inhaltlichen Schwerpunkt setzen: Im Mittelpunkt der Veranstaltungen wird das Thema israelbezogener Antisemitismus stehen.
Mit Ende des Nationalsozialismus und der Gründung des Staates Israel haben sich die Formen des Antisemitismus verändert, oft steht Israel im Fokus antisemitischer Anfeindungen. Dabei werden gängige antisemitische Muster auf Israel übertragen, besonders deutlich wird dies in der Aberkennung des Existenzrechts oder in Vergleichen, mit denen das staatliche Handeln Israels mit den nationalsozialistischen Verbrechen an Jüdinnen und Juden gleichgesetzt wird. In sozialpsychologischen Untersuchungen zeigt sich, dass israelfeindliche Aussagen besonders hohe Zustimmung erhalten, so stimmten 68,3%, also über zwei Drittel der Befragten laut der Heitmeyer Studie „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ von 2004 der Aussage zu, Israel führe ein Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser. Der Aussage „Was der Staat Israel heute mit den Palästinensern macht, ist im Prinzip auch nichts anderes als das, was die Nazis im Dritten Reich mit den Juden gemacht haben“ stimmten über die Hälfte der Befragten zu.
Diese antisemitischen Einstellungen spiegeln sich nicht nur in empirischen Studien, sondern auch in körperlichen Angriffen auf Jüdinnen und Juden sowie Israelis wider. So wurde im Juni diesen Jahres in Hannover eine jüdische Tanzgruppe von Jugendlichen mit Steinen angegriffen und vor kurzem zwei Israelis in Berlin vor einer Disko verprügelt.”
Auch das ADC-Bildungswerk e.V. nimmt mit einem Seminarangebot an den Aktionswochen gegen Antisemitismus teil: Am Dienstag, 2.11.2010 findet in Berlin-Prenzlauer Berg das Fortbildungsseminar “Antisemitische Sterotypen in der sogenannten Israel-Kritik – Erscheinungsformen und Gegenstrategien” statt. Weitere Informationen können per Mail angefordert werden: verein[at]adc-bildungswerk[dot]de
26.10.2010
Rede: NO-Al-Quds-Tag
Rede von Daniel Fallenstein am 4. September 2010 anlässlich der Kundgebung gegen den “Al-Quds-Tag”. Es gilt das gesprochene Wort.
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
ich darf heute zu Ihnen sprechen, als stellvertretender Vorsitzender des Anti-Defamation-Center, Bildungswerk für Demokratie und Kultur. Bis vor kurzem unter dem Namen HaKadima bekannt, sind wir ein Anbieter von Bildungsangeboten gegen die mannigfaltigen Formen der Menschenfeindlichkeit, politischen Extremismus und Islamismus. Zu unseren Angeboten in der Bildungsarbeit gehören unter anderem Workshops mit Aussteigern aus der linksextremen, rechtsextremen und islamistischen Szene. Wie bitter nötig solche Arbeit sehen wir heute wieder auf dem Kurfürstendamm.
immer wieder Samstags… zum Ende des Ramadan lassen die Führer der islamischen Republik im Iran alljährlich Menschenmengen aufmarschieren, um ihre Propaganda zu verbreiten. Kriegspropaganda wohlgemerkt. Was die Mullahs wollen, die sogenannte Befreiung Jreusalems, ist in Wirklichkeit ein verheerender, apokalyptischer Krieg.
Weltweit marschieren zum “Al-Quds-Tag” Unterstützer dieser djihadistischen Doktrin, auch hier in Berlin. Die Organisatoren und Träger dieses Aufmarsches sind jene, die mit ihrem vormittelalterlichen religiösen Wahnvorstellungen mithelfen, junge Muslime zu Feinden einer offenen Gesellschaft zu machen. Dass diesen Jugendlichen geopredigt wird in erster Linie Muslime und erst dann – wenn überhaupt – Bürger zu sein, ist eine gewichtige Ursache für Frauenfeindlichkeit, Integrationsverweigerung und Kriminalität. Um ein vielfaches wichtiger als Erbanlagen, wenn mir dieser Seitenhieb auf eine laufende Debatte gestattet sei.
Als wir vor einem Jahr die Gegenkundgebung organisierten, waren die eingesetzten Polizeikräfte – vorsichtig gesprochen – nicht besonders konstruktiv. Die Beamten damals hatten eine durchaus originelle Auffassung, wie eine Kundgebung für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu behandeln sei. Plakate in jeder Sprache, die sie nicht verstanden – auch Englisch – durften nach Massgabe der 4. Direktionshunderschaft der Berliner Polizei nicht gezeigt werden.
Das Zeigen von Flaggen terroristischer Organisationen oder auch des Hitlergrußes wurde auf der anderen Seite geduldet. Nach einer ausführlichen Aufbereitung dieser Versäumnisse mit dem Stab des Polizeipräsidenten kam ich heute zuversichtlich zur Kundgebung. Zuversichtlich, dass die Polizei heute nicht wieder jene bevorzugt, die Antisemiten sind, Frauenfeinde sind und auch die säkulare Freiheitlich-demokratische Grundordnung verachten.
Ich muss sagen: …
Dort, wo der eigentliche Grund für unser heutiges Zusammenkommen liegt, im Iran, kämpft seit über einem Jahr die Freiheitsbewegung offen gegen die islamische Republik. Wünschen wir ihnen Glück. Denn eines Tages, wenn auf den Trümmern der islamischen Republik die iranische Republik steht, wenn die Terrororganisationen Hamas und Hizbollah ohne eine Schutzmacht dastehen, wenn Israel und andere Staaten in der Region sich nicht mehr um die Bombe der Mullahs sorgen müssen, dann wird der Al-Quds-Tag, diese Parade der Kriegstreiber, in sich zusammenfallen.
Meine Damen und Herren,
für Israel das vielen von uns so am Herzen liegt, für die Menschen die im Nahen Osten Frieden, Freiheit und Wohlstand gewinnen und bewahren wollen, für eine offene Gesellschaft hier und nicht zuletzt für die bewundernswerte iranische Freiheitsbewegung haben Sie heute gegen den Al-Quds-Tag protestiert. Auf dass heute das letzte Mal sein wird, wünsche ich Ihnen einen trotz der Gewaltdrohungen von der Gegenseite einen sicheren Heimweg. Dazu gebe ich Ihnen einen im besten Sinne des Wortes antifaschistischen Schlachtruf mit:
Mullahs in die Umlaufbahn, Nazis raus … aus Teheran!
Ich danke Ihnen.
06.09.2010
haKadima beschließt Umbennung in ADC Bildungswerk
Auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung am 14. August 2010 beschlossen die anwesenden Mitglieder von haKadima – Bildungswerk für Demokratie und Kultur e.V. (haKadima e.V.) die Umbenennung des Bildungsvereins in Anti-Defamation Center – Bildungswerk für Demokratie und Kultur e.V. (ADC Bildungswerk e.V.). Bei den Vorstandswahlen wurden Jörg Fischer-Aharon als Vorsitzender, Daniel Fallenstein als stellvertretender Vorsitzender und Holger Raak als Schatzmeister einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Ebenfalls einstimmig wurde Christian D. Torenz als Beisitzer neu in den Vorstand gewählt. Elisabeth Degen, die im vergangenen Vorstand Beisitzerin und im ersten Vorstand als Vorsitzende amtiert hatte, kandidierte aus beruflich-zeitlichen Gründen nicht mehr, bleibt aber natürlich als Mitglied im Verein und dem neuen Vorstand verbunden.
16.08.2010
ADC Mitglied im Koordinierungsrat gegen Antisemitismus
Der Bildungsverein Anti-Defamation-Center – Bildungswerk für Demokratie und Kultur e.V. (ADC Bildungswerk) ist ab sofort Mitglied des “Koordinierungsrates deutscher Nichtregierungsorganisationen (NGO´s) gegen Antisemitismus”. Dem Koordinierungsrat gehören u.a. auch das “Wissenschaftsforum der Sozialdemokratie in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern”, “Initiative 9. November 1938″, “Demokratie & Courage”, “Büro für Menschenrechte und Minderheiten Angelegenheiten” sowie mehrere Einzelpersonen, wie Mohammed Schams, Berlin, Senior Advisor IFI (“Iranian Freedom Institute”) an.
Vorsitzende des Kuratoriums sind Gert Weisskirchen (2006 bis 2009 Beauftragter des OSZE-Vorsitzenden für die Antisemitisbekämpfung) und MdB Philipp Mißfelder. Zum Vorstand des Koordinierungsrates gehört u.a. Staatssekretär a.D. Klaus Faber. ADC Bildungskwerk, der als gemeinnütziger Verein der Bildungsarbeit anerkannt ist, strebt in naher Zukunft auch die Mitgliedschaft in weiteren Netzwerken in der Arbeit gegen Minderheitenfeindlichkeit wie Antisemitismus und Homophobie, an.
16.08.2010
“Freiheit statt islamische Republik!”
Redebeitrag auf der Kundgebung am 1. April 2009 in Berlin
Liebe Anwesende,
wir von haKadima e.V., Bildungswerk für Demokratie und Kultur, bedanken uns bei Stop the Bomb für die Möglichkeit einige Worte zum Iran sagen zu können.
Es ist der 1. April 2009. Unsere Kundgebung gegen eine mordende, vergewaltigende und kriegführende Tyrannei ist auch im 21. Jahrhundert immer noch kein Aprilscherz. Wir begehen den heutigen 30. Geburtstag der Islamischen Republik Iran mit Bitterkeit.
Das seit 1979 herrschende Mullah-Regime ist ein Regime, dass seine Legitimation zur Gewalt direkt von Gott ableitet, und sich nicht um die Zustimmung seines Staatsvolks schert. Durch dieses angeblich göttliche Recht sehen sich die Mullahs befugt, ihre barbarischen Verbrechen gegen die Menschheit zu verüben. Sie verbreiten Terror nach Innen und Aussen. 70 Millionen Iraner werden von der Herrschaft des Mullah-Regimes geknechtet. Viele weitere Millionen Menschen in den arabischen Staaten des Mittleren Ostens und in Israel leiden unter den Kriegen und Konflikten, die das Mullah-Regime mit Hilfe seiner Terroragenturen führt.
Der Terror nach Innen trifft die Bevölkerung im Allgemeinen und im speziellen die Frauen, die Schwulen und Lesben, die Jugend, die Gewerkschaften, die ethnischen und religiösen Minderheiten.
Er begann direkt nach der islamischen Revolution damit, dass Frauen explizit zu Menschen zweiter Klasse erklärt wurden, die dem Mann untertan zu sein haben. Die Mullahs zwangen die Hälfte der iranischen Bevölkerung unter das Kopftuch. Sitzt das Kopftuch nicht streng genug, dient das den Handlangern der Mullahs als willkommener Vorwand um die angebliche Sünderin zu misshandeln. Wird eine Frau gar des Ehebruchs für schuldig befunden, erwartet sie die Steinigung. Die Steinigung, eine der perfidesten gemeinschaftlichen Mordmethoden überhaupt, ist in der Sharia, dem geltenden Unrecht der Mullahs, als angemessene Strafe vorgesehen.
Mit der Durchsetzung dieser Geschlechter-Apartheid geben sich die Mullahs nicht zufrieden. Schwule und Lesben passen genauso wenig in ihr Weltbild. Sie werden gefoltert und auf barbarische Weise umgebracht. Das öffentliche Erhängen an Baukränen zu diesem Zweck ist eine weitere Ungeheuerlichkeit dieses Regimes.
Religiöse Minderheiten wie Bahai, Aleviten, Zarathostrianer, Juden, sunnitische Muslime, Christen sind ständig Repressalien ausgesetzt. Laut der “Verfassung” können nur Angehörige einer bestimmten schiitischen Konfession vollwertige Bürger unter dem Mullah-Regime sein.
Auch die politische Opposition gegen das Mullah-Regime im Iran wird brutal unterdrückt. Gewerkschafter und Oppositionspolitiker verschwinden regelmäßig in den Folterkellern der Handlanger des Regimes.
Der Terror nach Aussen ist ebenso “vielfältig”. Die Terroragenturen der Mullahs sind im Irak, im Libanon und im Gazastreifen ständig aktiv und stehen rund um die Welt bereit. 1994 ermordete die Hizbullah 85 Menschen im jüdischen Gemeindezentrum der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires. Zwei Jahre zuvor ermordete Hizbullah im Auftrag des Regimes hier in Berlin iranische Oppositionelle und ist heute noch fähig auf Befehl aus Teheran in Deutschland zu operieren.
Die Hizbullah im Libanon und die Hamas im Gaza-Streifen führen mit maßgeblicher logistischer und ideologischer Unterstützung des Mullah-Regimes eine seit Jahren andauernde Terrorkampagne gegen Israel, die bewusst nicht zwischen Zivilisten und Militär unterscheidet. Diese Terrorkampagne provozierte folgerichtig militärische Reaktionen Israels den Libanon-Krieg 2006 und den Gaza-Krieg zum Jahreswechsel 2008/2009. Diese Kriege -von den Mullahs, von Hamas und von Hizbullah bewusst herbeigeführt- brachten enormes Leid über die palästinensische Zivilbevölkerung, das dann propagandistisch ausgeschlachtet wurde. Israel hätte auf diese Kriege verzichtet, wenn es gekonnt hätte. Etwas anderes zu behaupten, wäre infam.
Auch der Irak leidet unter einer andauernden Terrorkampagne, deren Folgen wieder die Zivilbevölkerung treffen. Nach der Jahrzehntelangen Terrorherrschaft Saddam Husseins und mehreren verheerenden Kriegen, trägt das Mullah-Regime zur weiteren Instabilität in dieser jungen Demokratie bei, indem es Netzwerke unterhält, die Anschläge gegen irakische Institutionen, Zivilisten und damit gegen eine schnelle Einkehr der Normalität verüben.
Israel ist seit der Entstehung der Islamischen Republik im Iran Zielscheibe des Hasses der Mullahs. Die so genannten Moderaten unter den Mullahs unterscheiden sich von den Radikalen darin, dass sie für die Vernichtung Israels einen günstigeren Zeitpunkt abwarten würden. Gleichzeitig schafft das Regime sämtliche notwendigen Voraussetzungen um Israel und Europa mit nuklear bestückten Raketen bedrohen zu können.
Nicht zuletzt weil Deutschland bremste, hat die Uneinigkeit und Unentschlossenheit der internationalen Staatengemeinschaft diese existentielle Bedrohung gefördert. Uneinigkeit und Unentschlossenheit sind die Voraussetzungen unter denen bereits die Volksrepublik Nordkorea Nuklearwaffen erwerben konnte.
Während wir hier stehen, müssen Nordkoreas Nachbarländer ohnmächtig zusehen, wie diese Diktatur unter dem Schutz ihrer Atombombe einen Raketentest durchführt, bei dem man auch mit dem Schlimmsten -einem Nuklearschlag gegen ein Nachbarland- rechnen muss. Das darf sich nicht mit der Islamischen Republik wiederholen.
Würden Raketen Israel treffen, würde das auch die palästinensischen Gebiete vernichten. Trotzdem sind die Freunde der palästinensischen Sache keine lautstarken Gegner des Atomprogramms der Mullahs.
Die Stimmen die immer wieder behaupten, das Mullah-Regime habe ein Recht auf die Atombombe, da Israel auch über nukleare Kapazitäten verfügt, ignorieren, dass Israels Atombomben die meisten Staaten in der Region nie motivierten, sich selbst atomar zu bewaffnen. Dass diese Staaten, wie die Türkei, Saudi-Arabien, Jordanien und Ägypten angesichts der Fortschritte der Mullahs beginnen, auch nach Nuklearwaffen zu streben, wirft ein bezeichnendes Licht darauf, vor wessen Bombe sie sich fürchten.
Ein atomares Wettrüsten in dieser Region würde die schon schwierige Lage nur weiter verschärfen. Diejenigen, die das Mullah-Regime aktiv und passiv unterstützen, sind deshalb durchaus als Kriegstreiber zu charakterisieren.
Man muss sich zu dieser Regierung gewordenen Bande verhalten.
Anstatt das moralisch Gebotene zu tun -nämlich, der Herrschaft des Unrechts Steine in den Weg zu rollen- betreibt die Bundesregierung das Gegenteil. Die Bundesregierung fördert aktiv den Handel deutscher Firmen mit Terrorstrukturen wie den Pasdaran. Diese Kollaboration mit dem in der Tat kriminellen und terroristischen Mullah-Regime ist ein verwerfliches Kapitel bundesdeutscher Außenpolitik.
Durch schlichtes Unterlassen könnte die Bundesregierung viel erreichen. Ein Abbruch der diplomatischen Beziehungen alleine würde den Iranern signalisieren, dass man die Herrscher nicht als ihre rechtmäßigen Repräsentanten sieht. Die Einstellung der Förderung für die Wirtschaftsbeziehungen würde, angesichts der Bedeutung Deutschlands für den Handel des Iran, die Lage der Mullahs drastisch verschlechtern. In der Vergangenheit haben sie, wenn überhaupt, reagiert, wenn sich ihre Situation verschlechterte.
Man wird keinen Frieden schaffen, wenn man zu 70 Millionen Iranern, zu 30 Millionen Irakis, zu 7 Millionen Israelis, zu 4 Millionen Libanesen, zu 4 Millionen Palästinensern sagt:
“Gebt sie auf, eure Träume von Frieden und Freiheit, denn wir im Westen werden uns mit Euren Peinigern arrangieren, um unsere Ruhe zu haben.”
Nein! Im Umgang mit den Mullahs gibt es nur ein moralisch einwandfreies Ziel: Die Ablösung ihres Regimes im Iran durch ein säkulares, liberales Staatswesen.
Wem an einer Zukunft in Frieden und Freiheit gelegen ist, der muss dieser Bande jegliche Unterstützung versagen. Die bemerkenswert lebendige iranische Gesellschaft kann selbst einen unterstützungswürdigen Staat hervorbringen, wenn wir ihr zur Seite stehen, indem wir die totalitäre Herrschaft des Mullah-Regimes nicht weiter anerkennen, delegitimieren und damit untergraben.
Der Krieg, der nukleare Flächenbrand, den die Mullahs wollen, lässt sich so vielleicht noch verhindern.
Vielen Dank!
01.09.2009
Mit Antisemitismus und Antiamerikanismus in die Charts
Von Annegret Oehme / AVIVA Berlin
Immer mehr rechtsextreme und verfassungsfeindliche Inhalte finden bei Internetportalen wie youtube und myspace Verbreitung und gelangen so ungefiltert in die Kinderzimmer und Schulen.
Neuer deutscher Sprechgesang im Internet
Mit einem erschütternd realistischen Vortrag gelang es Ralf Fischer und Juri Eber am 30.08.2007 in den Räumen der Amadeu Antonio Stiftung, auf das Problem von Antisemitismus und Antiamerikanismus im deutschsprachigen Sprechgesang aufmerksam zu machen.
Die Realität lässt sich schnell auf Seiten wie myspace und youtube überprüfen.
Es genügt, einen beliebigen, rechts behafteten Begriff einzugeben und schon tut sich ein brauner Sumpf auf, der kein Ende zu nehmen scheint.
Zahlreiche Weiterleitungen und Links zu anderen Videos beliefern die NutzerInnen mit unzähligen Film- und Musikclips, in denen jedes rechtsradikale Klischee bedient wird.
Nationale Gesinnung und zunehmende antiamerikanische Tendenzen sind auch die charakteristischen Elemente des “Deutschrap”.
Ein groteskes Beispiel dafür sind “Die Lätzten”, die wüst gegen Amerika wettern und wilde Verschwörungstheorien verbreiten.
Allein die Botschaft “Das ist Deutschrap, weil ich Deutsch rap!” ist bezeichnend. Die ganze Einfältigkeit offenbart sich in der Liedzeile “Anglizismen erobern unsere Sprache wie nichts”, gesungen von einer Band, deren Website von eben solchen Begriffen strotzt und die ihr neuestes Album klassisch englisch mit “Overkill” betitelt.
Die Gruppe fordert Deutschrap zurück, “wie er früher war”. Eine äußerst merkwürdige Idee, angesichts der Tatsache, dass das Geburtsland dieser Musik die USA sind, von wo sie im Laufe der 80er zu uns gelangte.
Leider bleibt es nicht bei solchen offensichtlichen Kuriositäten. In Zeilen wie “Deutschland erwache” und “deutsche Frauen, deutscher Rap und deutsches Bier” offenbart sich eine Geisteshaltung, die auch das Bekenntnis, “keine Nazis zu sein”, nicht relativieren kann.
Ein Begriff, der sich im deutschensprachigen Hiphop zunehmender Beliebtheit erfreut, schockierend klingt und Aufmerksamkeit erregen soll, ist “RapHolocaust”.
Von solchen Schlagworten bis zur Musik von “Sturmwehr” und der verbotenen Gruppe “Landser”, die in ihren Liedern bloße Propaganda betreiben, ist es nicht weit. Beide sind mit ihren Liedern auch auf youtube vertreten.
Dem Problem der rechtsextremen Videos im Internet widmete “Report Mainz” die Sendung vom 27.08.2007, die ebenfalls bei youtube zu sehen ist.
Die google-Tochterfirma bittet zwar darum, auf Missbrauch aufmerksam zu machen, wie sie aber darauf reagiert, bewies ein Experiment von jugendschutz.net. Auf 100 angezeigte “Hassvideos” erhielt man keine Reaktion.
Wie kann es sein, dass Internetplattformen solche Videoclips ohne Probleme zugänglich machen?
Youtube ist eine Videodatenbank, zu der alle freien Zugang haben und Filme und Clips hochladen können. Da es sich um eine amerikanische Institution handelt, die US-Recht unterstellt ist, lässt sich von deutscher Seite kaum etwas unternehmen.
Dieter Wiefelspütz, innenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, äußerte gegenüber Report Mainz: “Die Veröffentlichung dieser Filme erfüllt den Tatbestand der Beihilfe zur Volksverhetzung. Es ist dringend an der Zeit, dass der zuständige Staatsanwalt die Ermittlungen aufnimmt.”
Der Zentralrat der Juden erwägt bereits eine Klage. Angesichts von 80.000 mal angeklickten Nazivideos ist das auch dringend notwendig.
Google selbst kündigte eine Reinigung der Plattform von verfassungsfeindlichen Inhalten an. Aber kann dieses Vorhaben überhaupt erfolgreich sein? Filme können anonym bereitgestellt werden und sobald einer gelöscht ist, könnte der nächste online sein. Filtersysteme, die das verhindern sollen, erzielen noch keine befriedigenden Ergebnisse.
Ein deutscher Rapper, der sich zunehmender Beliebtheit erfreut und für seine Musik bereits mit drei goldenen Platten ausgezeichnet wurde, ist der berüchtigte Künstler Bushido. Seine Lieder sind häufig im Radio, auf MTV und VIVA zu hören.
Wegen seiner gegen Frauen und Homosexuelle gerichteten Texte gerät er immer wieder in die Kritik, schreckt aber auch vor zahlreichen antisemitischen und antiamerikanischen Äußerungen nicht zurück.
Zwar werden die Inhalte seiner CDs vor der Veröffentlichung von JuristInnen überprüft und gegebenenfalls bereinigt, aber Lieder wie “11. September” gelangen über das Internet dennoch in die Öffentlichkeit. Der Titel “Taliban” verblieb trotz des Textes “Wenn ich will, seid ihr alle tot. Ich bin ein Taliban” auf dem Album und ist bei Musiksendern zu hören und zu sehen.
In einem Interview vom 08.09.2006 äußerte der Rapper gegenüber netzeitung: “Ich sage Ihnen ganz ehrlich: Mir ist es völlig egal, was am 11. September in New York passiert ist. Genauso egal ist mir, ob jemand in Afrika hungert oder in Südamerika im Ghetto abgeknallt wird. Ich bin da nicht, ich lebe da nicht. Mir geht es gut. Ich brauche nicht aufgrund meines angeblich schlechten Gewissens so zu tun, als hätte ich mit irgendeinem gottverdammten Menschen auf dieser Welt Mitleid.”
Warum Musiksender, die sich für Umweltschutz und gegen rechte Gewalt einsetzen, für solche Künstler auch noch werben und deren Musik ausstrahlen, bleibt eine unbeantwortete Frage.
Bushido steht für eine ganze Flut fundamentalistischer Musiker, die den Islam für sich entdeckt haben. Sie betreiben offen einen Bin Laden-Kult, denunzieren Amerika und Israel und verkünden einen neuen Dschihad.
Durch Texte, in denen ein islamistisches Deutschland gefordert wird und alle Andersgläubigen attackiert werden, distanzieren sie sich auch von friedliebenden Moslems. Dabei bilden deutschnationale Gesinnungen und religiöser Fundamentalismus eine beängstigende Mischung.
Es ist gleichgültig, ob diese Musiker nur provozieren wollen oder voll und ganz hinter dem stehen, was sie verkünden, denn die CDs werden gekauft und die Videos angeschaut. Alterskontrollen greifen ins Leere und die Musik von Bushido und seinen Gesinnungsgenossen ist längst in zahlreichen Kinderzimmern gelandet und wird auf dem Schulhof von Handy zu Handy weitergegeben.
Internet – Segen oder Fluch? Im Falle rechtsextremer Propaganda wohl eher Fluch. Sicherlich kämen solche Inhalte auch anders zur jeweiligen Zielgruppe, aber das Cyberspace bietet einen extrem breiten Streubereich und schafft Vernetzungen bis in die entlegensten Gebiete.
Umso wichtiger ist es, dass sich immer mehr Institutionen im Netz, wie jugendschutz.net und Mut gegen Rechte Gewalt, gegen Ausländerfeindlichkeit und für die Freiheit eines jeden Menschen engagieren, ihre Onlinepräsenzen verstärken und mit vielfältigen Angeboten aktiv werden.
05.09.2007
Neuer deutscher Sprechgesang: Antiamerikanisch und antisemitisch
Paradox: Die Deutschrapszene hasst einerseits die amerikanische Kultur, anderseits liebt sie den HipHop. Konsumenten wie auch Interpreten des Genres überbieten sich in Hasstiraden gegen den auf der anderen Seite des großen Teiches verorteten „großen Satan“ und rufen dazu auf, beinahe jeden Feind des American Way of Life zu unterstützen.
Über die kaum zu überhörende Homophobie und Frauenfeindlichkeit in der deutschen HipHop-Szene wurde schon oft in der Öffentlichkeit diskutiert. Doch dass Hassgesänge gegen Juden bzw. Israel nun langsam auch zum Standartrepertoire deutscher Rapper gehören, ist dagegen kaum Gegenstand der Debatte.
Die beiden Journalisten Ralf Fischer und Juri Eber werden in Ihrem Multimediavortrag diese blinden Flecken aufdecken und eindrucksvoll dokumentieren, warum es endlich an der Zeit ist, die antiamerikanischen und antisemitischen Tendenzen in dieser Jugendkultur ernst zu nehmen und entsprechende Gegenstrategien zu entwickeln.
Datum: Donnerstag, 30. August 2007
Uhrzeit: 18:30 Uhr
Ort: Amadeu Antonio Stiftung, Linienstraße 139 (Berlin-Mitte, U-Bhf. Oranienburger Tor), linker Aufgang im Innenhof, 4. Stock
Veranstalter: HaKadima – Bildungswerk für Demokratie und Kultur e.V. (i.G.)
Ankündigung bei der AAS
30.08.2007